Wir wollen dem Menschen helfen, ihn in einen Zustand zu bringen, in dem die Schwerkraft nicht sein Feind ist. Wir wollen, dass die Schwerkraft den Menschen unterstützt und als nährende Kraft wirkt.
— Dr. Ida P. Rolf

strukturelle Integration

Strukturelle Integration auch bekannt unter dem Brand Rolfing, ist eine ganzheitliche Körperarbeit. Das allgemeine Ziel dieser Methode ist eine bessere Ausrichtung innerhalb der Schwerkraft.

Durch gezielte Behandlung des Bindegewebes wird der Körper systematisch aufgerichtet und ins Gleichgewicht gebracht. Eine gelöste aufrechte Haltung sowie eine tiefe, freie Atmung werden möglich. Problemen, die in Zusammenhang mit Bewegungsmustern stehen, wird die Grundlage entzogen – die Bewegungen werden leichter und flüssiger, energieeffizienter. Der Körper wird aufgerichtet, die Haltung erscheint in ihrem Gesamtbild harmonisch.

Mit dem Prozess der strukturellen Integration bringen wir unsere persönliche Geschichte auf den neusten Stand. Unfälle, Traumata, dauerhafte Fehlhaltungen, die uns in unsere heutige Körper-Struktur hineingezwungen haben, sind Ereignisse der Vergangenheit, die bis heute nachwirken.

Aber wir können von all diesen Kompensationen und Limitierungen loskommen. Mit der Strukturellen Integration ermöglichen wir unserem System einen Reset. Schritt für schritt werden alte Gewohnheiten und Kompensationen ersichtlich gemacht und nachhaltig verändert, sodass unser Körper sich wieder freier und müheloser bewegen kann.

Strukturelle Integration kombiniert in ihrem Vorgehen drei wesentlich Aspekte des menschlichen Körpers: 

  • Arbeit mit der Struktur: Manuelle Arbeit an der Struktur des Körpers, in erster Linie an den Bindegewebsstrukturen, am sogenannten Fasziennetz des Körpers

  • Arbeit mit der Funktion: Arbeit mit der Funktion des Körpers durch interaktive Bewegungsschulung

  • Wahrnehmungsschulung: in Bezug auf Bewegung und psychologische Prozesse

Es ist wichtig die Integration in die Schwerkraft im ganzen Körper auszugleichen, daher wird mit einem System von ca. 10 Sitzungen gearbeitet. Das Ziel der Strukturellen Integration ist es, in einer Grundsequenz von rund zehn Behandlungen die Beziehung der einzelnen Körpersegmente zueinander zu verändern sowie vorhandene Bewegungsmuster bewusst zu machen und zu verbessern, so dass ein müheloses Bewegen und Stehen möglich wird. 

In der Bewegungsschulung achte ich vor allem auf die Integration in den Alltag, da dies die grösste mögliche Veränderung und Nachhaltigkeit auslöst. Übungen finden vor allem im Wahrnehmungsbereich statt, da sich so die Veränderungen nachhaltig integrieren lassen und die neue Bewegungsmöglichkeit zur neuen Gewohnheit wird.

faszinierende Faszien

Faszien nennt man die weichen Bestandteile des Bindegewebes, die den menschlichen Körper als umhüllendes und durchgängiges Netz durchdringen.

Aufgrund der zahlreichen Rezeptoren und Nervenenden können Muskeln und Faszien im weiteren Sinne auch zu den «Sinnesorganen» gezählt werden. Sie informieren uns über unsere Bewegungsabläufe und Körperhaltung.

 Funktionsstörungen der Faszien können zu lokalen Verhärtungen führen, die auch die Bewegung einschränken. Sie können eine Rolle bei der Entstehung von Schmerzen spielen, auch in entfernten Bereichen. Zum Beispiel ist die Kapsel des Kniegelenkes nicht nur mit den anliegenden Bändern verbunden, sondern auch mit entfernteren Strukturen wie dem Gesäßmuskel (Gluteus maximus) und seinen umgebenden Faszien.

Mögliche Ursachen, die zu Veränderung des Fasziengewebes führen, sind z.B. Überlastungen im Bewegungsapparat, bestimmte Bewegungs- oder Spannungsreize, Alterungsprozesse, Medikamente, entzündliche Prozesse, Verletzungen etc.


Arbeiten mit den Faszien und Bindegewebe

 Strukturelle Integration nützt und unterstützt mit ihren vielfältigen Berührungsqualitäten die Formbarkeit und Gleitfähigkeit der Faszien. Sie kann mit gezielten Berührungen das Spannungsverhältnis im faszialen Netz ausgleichen.

Das Gewebe wird rehydriert, Verklebungen einzelner Faszienschichten lösen sich. So kann sich unser Körper wieder müheloser und damit schmerzfreier in der Schwerkraft aufrichten.